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Jul 31 2012

Widerstand in Polen

Als nächster Tourstopp steht morgen Warschau auf dem Programm. Und da wird es wieder etwas heikel. Wir erinnern uns: 2009 gastierte Madonna mit Sticky & Sweet 2.0 am 15. August in Polen, Mariä Himmelfahrt, und christliche Aktivisten hatten versucht, das Konzert zu vehindern. Auch dieses Mal gibt es Proteste und Versuche, das Konzert zu unterbinden, denn der 1. August ist der Gedenktag des Warschauer Aufstandes von 1944 gegen die Besetzung durch das Naziregime. Er markiert den ersten Tag eines 63 Tage dauernden Aufstandes, bei dem es zum Massenmord an Tausenden von Polen und zur fast völligen Zerstörung der Stadt kam. Jedes Jahr wird an diesem Tag dem Aufstand und den Toten mit Gedächtnisfeiern, Schweigeminuten, Sirenengeheul und speziellen Gebeten gedacht. Da kommt eine fröhliche und pistolengeladene Show wie MDNA etwas ungelegen.

Doch die örtlichen Konzertveranstalter konnten sich mit der Stadtregierung darauf einigen, dass die Show wie geplant stattfinden kann, wenn zu Beginn der Show ein Videoclip über den Warschauer Aufstand als Hommage an die Kriegsveteranen gezeigt wird. Madonna zeigte sich damit einverstanden, sodass es morgen einen etwas ungewöhnlichen Einstieg in das Konzert geben wird.

Verschiedene polnische, christliche Verbände finden allerdings nach wie vor, dass Madonna blasphemischen Gebrauch religiöser Symbole betreibt, und ihre Show verboten werden sollte. Zu einem Verbot wird es nicht mehr kommen, aber es ist unter Umständen mit kleineren Protestaktionen zu rechnen.

Quellen: Welt, Erdbeerlounge u.a.