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Okt 18 2012

Diverse politische Botschaften

Die „No Fear“-Botschaft, die nach dem Strip auf Madonnas Rücken erscheint, wurde ja je nach Anlass immer wieder mal abgewandelt. So fanden sich schon die Pussy Riots dort wieder; in den USA war es wegen des laufenden Präsidentschaftswahlkampfes meist Obama, der dort erschien. Doch hin und wieder trifft Madonna auch eine etwas überraschende Wahl.

In Phoenix war es Amanda Todds Name, der auf Madonnas Rücken tättowiert war. Phoenix gilt als Stadt mit einem besonders hohen Schwulenanteil, und Amanda ist ein kanadisches Mädchen, das sich mit 15 Jahren das Leben genommen hatte, weil sie wegen ihrer lesbischen Neigung von Mitschülern terrorisiert worden war. Diese Anti-Bully-Botschaft passte also nahtlos zu dem Interlude-Video, in dem weitere Mobbingopfer gezeigt werden.

Deutlich pikanter war die Wahl von Malala Yousafzai, deren Name in Los Angeles auf Madonnas Rücken erschien. Malala ist ein pakistanisches Mädchen, das von Taliban angeschossen wurde, während sie im Schulbus auf dem Heimweg war, weil sie einen Internetblog unterhält, in dem sie ausführte, wie wichtig eine Ausbildung insbesondere für Mädchen ist und westliches Denken unterstützt. Die Taliban hatten Malala eigentlich töten wollen, doch sie überlebte und befindet sich nun im Krankenhaus, allerdings bewusstlos. Die Taliban drohen, einen weiteren Tötungsversuch zu unternehmen, sollte Malala das Krankenhaus lebend verlassen.

Krasserweise ist es insbesondere die pakistanische Bevölkerung, die Madonnas Aktion nicht gutheißt und nun daraus einen Skandal macht. Natürlich stimmen die Pakistani mit Madonna darin überein, dass der Anschlag der Taliban zu verurteilen ist, doch dass Madonna Malalas Namen ausgerechnet während einer sexuell aufgeheizten Szene der Show und bei einem Striptease benutzt, finden sie schamlos, und sie unterstellen ihr reine Aufmerksamkeithascherei. Zugegeben, dass der Strip nicht rein sexuell gemeint ist sondern im Rahmen der Show auch eine tiefere Bedeutung hat und für Befreiung steht, mag nicht für jedermann auf den ersten Blick ersichtlich sein. Und auch nicht jeder, der sich nicht näher mit Madonna beschäftigt und nur ihr verruchtes Images kennt, weiß, dass Bildung für Mädchen ein Thema ist, das Madonna ganz besonders am Herzen liegt. So kam es hier wieder einmal zu einem ganz tragischen Missverständnis.

Quellen: Examiner, Daily Mail