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Feb 03 2013

Unerwartete Einnahmequelle

Am 4. August 2012 trat Madonna im Rahmen ihrer MDNA Tour in Kiew auf. Sie sang, tanzte, kassierte dafür ihre Kohle, so weit, so gut. Laut eines Gerichtsurteils vom 28. Januar kassierte sie aber nicht genug.

Nach ukrainischem Recht müssen Konzertveranstalter 5% ihrer Einnahmen an die Inhaber der Urheberrechte der aufgeführten Werke abtreten – zusätzlich zu der zwischen Veranstalter und auftretendem Künstler vertraglich vereinbarten Summe für den Auftritt. Die Ukrainische Agentur für Urheberrechte und Verwandte Rechte, so etwas ähnliches wie in Deutschland die GEMA, wacht in der Ukraine darüber, ob Clubs, Radiostationen, Konzertveranstalter usw. die entsprechenden Summen an die Künstler auszahlen. Im Fall von Madonas MDNA Show ist dies nicht geschehen. Entsprechend hat die Agentur eine Klage gegen den örtlichen Konzertveranstalter, Melnitsa International, eingereicht und vor Gericht Recht bekommen.

Melnitsa muss nun insgesamt $136.000 an die 46 Komponisten und Texter der Songs, die während der Show aufgeführten wurden, nachzahlen. Darin sind auch $40.000 für Madonna selbst enthalten, die ja bei den meisten ihrer Songs Co-Autorin ist. Madonna selbst hat von dieser Klage gar nichts gewusst, sie wurde allein von der ukrainischen Agentur angestrebt, und darf sich jetzt auf eine überraschende Zusatzzahlung freuen.

Allerdings hat Melnitsa bereits Berufung gegen das Urteil eingelegt mit der Begründung, dass Urheberrechtszahlungen durchaus gezahlt worden seien, nur eben nicht über die staatliche Agentur sondern über eine private Agentur, dem House of Music Authors, das sich angeblich genauso gewissenhaft um die Urheberrechtszahlungen an die betroffenen Künstler kümmere. Sowohl mit Melnitsa als auch dem House of Music Authors hat es in der Ukraine aber in der Vergangenheit schon öfters Probleme gegeben. So ist eine Klage aus den gleichen Gründen wegen eines Konzerts der Red Hot Chilli Peppers noch offen. Auch bei Konzerten der Scorpions und Britney Spears gab es Ungereimtheiten.

Quelle: KyivPost