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Jul 24 2013

Politische Aktionen

100 Stars für Pussy Riot lautet eine Aktion, die Freiheit für Maria Alyokhina und Nadezhda Tolokonnikova fordert, die für ihren Protestsong gegen Putin mittlerweile seit einem Jahr in einem russischen Straflager inhaftiert sind. Es sind mittlerweile sogar mehr als hundert Stars, die  den offenen Brief, organisiert von Amnesty International, unterzeichnet haben: „Wir verstehen die Sensibilität eines Protests an einem Ort der Gottesdienste, bitten aber die russischen Behörden, die harten Urteile zu überdenken, sodass ihr zu euren Kindern, Familien und euren Leben zurück kehren könnt. Man hat euch angeklagt für etwas, das man als ein opferloses Verbrechen beschreiben könnte. Doch unserer Meinung nach kann es in einer gerechten Gesellschaft kein Verbrechen geben, bei dem es kein identifizierbares Opfer gibt. Eure Stärke, Tapferkeit und Furchtlosigkeit sind eine Inspiration für uns alle.“ Madonna hatte während ihrer MDNA Tour mehrmals deutlich ihre Unterstützung für die Pussy Riots zum Ausdruck gebracht und unterschrieb nun natürlich auch diesen Brief. Weitere Unterzeichner sind Sting, Joan Baez, Bjork, the Clash, PJ Harvey, Patti Smith, Paul McCartney, Youssou  N’Dour und Bruce Springsteen. Der Brief wurde anlässlich der Berufungsanhörungen veröffentlicht, die am 24. und 26. Juli stattfinden.

Fälschlich berichtet wurde, dass Madonna und viele weitere Stars sich einem Boykott angeschlossen haben, der von Stevie Wonder ins Leben gerufen wurde und sich gegen US-Staaten, in den das “Stand Your Ground”-Gesetz gilt, richtet, das umstrittene Gesetz, das Amerikanern, die in diesen Bundesstaaten leben, erlaubt, sich auch mit tödlicher Gewalt gegen rechtswidrige Angriffe zu wehren. Sie setzen die im amerikanischen Recht etablierte Pflicht außer Kraft, vor einem Einbrecher oder Angreifer zurückzuweichen, bevor man zu „defensiven Maßnahmen greift, die eine andere Person töten oder schwer verletzen sollen oder dieses verursachen können“. Praktisch kann dies so ausgelegt werden, dass man im Falle einer Bedrohung den Angreifer sofort erschießen darf, ohne zuerst andere Maßnahmen zur Abwehrung der Bedrohung zu versuchen. Aufgrund dieses Gesetzes wurde in einem umstrittenen Urteil George Zimmerman von der Tötung von Trayvon Martin freigesprochen. Aufgrund dieses Falles hat Stevie Wonder nun einen Boykott gestartet: „Ich habe heute entschieden, dass solange das Stand Your Ground-Gesetz in Florida nicht abgeschafft wird, ich dort nicht mehr auftreten werde. Ich werde überhaupt in keinem Bundesstaat oder irgendeinem Teil der Welt auftreten, wo ein solches Gesetz existiert.“ Wonder äußerte diesen Boykott erstmals am 14. Juli während eines Konzerts im kanadischen Quebec. Laut diversen Medienberichte sollen zahlreiche Stars, darunter Madonna, Rod Stewart, Usher, Justin Timberlake, R. Kelly, Rihanna, Alicia Keys, Jay-Z und Kanye West, eine öffentliche Liste zur Unterstützung dieses Boykotts unterschrieben haben. Die Sprecher dieser Stars haben aber umgehend dementiert. Die Aktion ist allein Stevie Wonders Aktion.

Quellen: FoxWashington Times, Variety