Tägliches Archiv: 6. Februar 2014

Feb 06 2014

Madonnas Ansage für Pussy Riots

Wie angekündigt erschien Madonna gestern abend beim Amnesty International Bringing Human Rights Home Konzert in Brooklyn und sagte die Pussy Riots an. Sie nutzte die Gelegenheit für eine längere Rede, die ein Fan im Publikum mitgefilmt hat.

Danach kamen Nadia und Maria auf die Bühne, die Madonna mit einer Umarmung empfing, wie man in einem weiteren Fanvideo sehen kann. Die Begrüßung war allerdings kurz und schien wenig herzlich. Auch blieben die beiden ehemaligen Pussy Riot-Mitglieder nur kurz auf der Bühne. Sie nutzten die Gelegenheit ihrerseits für öffentliche Freies Russland-Forderungen, wirkten aber müde, erschöpft und gejetlagged.

Hier noch ein Video von der kompletten Szene, aber in etwas schlechterer Qualität.

Auch Backstage verstand man sich offenbar gut, so weit man den Posen für die Presse glauben darf.

pussyriots_brooklyn

Man fragt sich aber schon, welche Stimmung tatsächlich zwischen Madonna, Nadia und Maria geherrscht haben mag, nachdem kurz zuvor ein Video von einem Interview des irischen Senders RTE One mit den beiden durchs Internet kursierte. Maria und Nadia waren dort mit Nadias Ehemann Peter, der als Übersetzer fungierte, letzten Samstag in der Saturday Night Show aufgetreten und ihre Reaktion auf die Frage, was sie von Madonna halten und ob sie sie als Mitstreiterin und Friedenskämpferin sehen, sorgte für einige Aufregung in Madonnas Fankreisen, denn sie zeigten sich von der Frage überrascht, kicherten und fanden die Vorstellung von Madonna als Kämpferin wohl lustig. Sie blieben die Antwort letztendlich schuldig und lachten nur.

Allerdings haben Nadia und Maria auch mit Kritik aus den eigenen Reihen zu kämpfen. Die übrigen Mitglieder der Pussy Riots, die nach wie vor anonym sind, haben Nadia und Maria aus der Band verstoßen und werfen ihnen Verrat an ihren Idealen vor. Ein echtes Pussy Riot-Mitglied würde niemals auf einem kommerziellen Konzert wie dem in Brooklyn auftreten sondern als Separatisten nur illegale Auftritte an unerwarteten öffentlichen Plätzen absolvieren, wie dem in der Kirche, der schließlich zur Verhaftung von Maria und Nadia geführt hatte.

Quellen: Sydney Morning Herald, RTE One, YouTube, Instagram

Feb 06 2014

Frozen zurück in Belgien

Wie unsere langjährigen Leser wissen, gab es 2005 in Belgien ein Gerichtsurteil, dass Madonna dort keine CDs oder sonstige Medien veröffentlichen darf, die ihren Song Frozen enthalten. Der belgische Sänger Salvatore Acquaviva hatte Madonna beschuldigt, in ihrem Hit Frozen vier Takte aus seinem Song Ma vie fout l’camp verwendet zu haben, insbesondere die Melodie zur Zeile „You only see what you’re eyes want to see“. Laut Acquaviva ist Madonna zum ersten Mal mit seinem Song damals in den 70ern in Berührung gekommen, als sie als Background-Tänzerin für Patrick Hernandez (Born To Be Alive) in Belgien arbeitete. Obwohl Madonna bestritt, jemals in Belgien gewesen zu sein, entschied ein Gericht, dass alle CDs, die den Song enthalten, aus dem belgischen Handel entfernt werden müssen, und es keine weiteren Veröffentlichungen dieses Songs in Belgien geben darf. So erschien dann auch z. B. 2009 die Celebration Compilation in Belgien ohne Frozen.

Madonnas Team hatte direkt nach dem Urteil angekündigt Berufung einzulegen, doch durch eine weitere Klage des italienischen Musikers Edouard Scotto Di Suoccio, der behauptete, dass sowohl Madonnas Frozen als auch Acquavivas Ma vie fout l’camp von seinem Song Bloodnight abgekupfert haben, wurde die Angelegenheit zusätzlich verkompliziert.

Ein Gericht in Frankreich beschäftigte sich demzufolge die vergangenen Jahre mit den drei Songs und entschied nun endlich, dass die Ähnlichkeiten zwischen den Titeln nicht ausreichend genug für eine Plagiatsklage seien, schließlich handele es sich nur um einen ganz kleinen Musikausschnitt, der in allen drei Songs in ähnlicher Weise vorkommt. Außerdem seien die drei Songs selbst schon „nicht originell genug“ und weisen zahlreiche Ähnlichkeiten mit zahlreichen anderen Songs auf, die vor und nach diesen dreien geschrieben wurden, sodass man es mit Ähnlichkeiten zu tun habe, wie sie in der Popmusik üblich sind und keine Plagiatsklage rechtfertigen. Dazu müsste das Ursprungslied, von dem die anderen abgeschrieben haben, eindeutig einzigartig sein.

Aufgrund dieser Gerichtsentscheidung in Paris hob nun am Montag auch das Berufungsgericht in Belgien denn Bann für Frozen auf, und Madonna darf nach acht Jahren ihren Song dort wieder frei verkaufen.

Quelle: Digital Spy