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Mrz 01 2015

Die Vorgehensweise des Hackers

Die Ermittlungen gegen Adi Lederman, den israelischen Hacker, der als Verantwortlicher für Madonnas Leaks ermittelt wurde (s. unsere Artikel vom 21.01.2015 und 25.01.2015), sind vorerst abgeschlossen. Letzten Freitag, fünf Wochen nach der ursprünglichen Verhaftung, wurde vom israelischen Amtsgericht offiziell Anklage erhoben. Wie also konnte der Angeklagte an Madonnas Dateien gelangen, und wieso tat er das?

Wie die Behörden ermittelt haben, begann er seine Hackerkarriere bereits 2012, kurz nachdem er aus der israelischen Castingshow Kohav Nolad (A Star Is Born) geflogen war. Er war dort mit dem Stevie Wonder Song Don’t You Worry About a Thing aufgetreten, konnte aber nicht genügend Anrufer für sich mobilisieren. Im Rahmen der Show wurde der damals 36-jährige gefragt, was er denn so in seinem Lebe mache. Und er antwortete: „Im Grunde verschwende ich mein Leben, wie es scheint, denn man hat mir gesagt, dass ich auf der Bühne stehen sollte.“ Die Behörden erstellten also das Profil eines frustrierten Verlierers, der nichts mit seinem Leben anzufangen wusste und daher kriminelle Energie entwickelte. Er versuchte, sich in der Hackerszene einen Namen zu machen, und es gelang ihm, sich in das Cloudspeicherkonto von Sara Zambrano zu hacken, einer Mitarbeiterin aus Madonnas Team. Dort gelangte er an das Demo von Give Me All Your Luvin‘ und leakte es. So gewann er die Aufmerksamkeit der Hacker Craig Lunti und Tom Hann, mit denen er fortwährend zusammen arbeitete.

Im März 2014 gelang ihm dann der Einbruch in zwei weitere Cloudspeicherkonten, die laut Anklageschrift Angie Teo und Kevin Antunes gehörten, die beide mit Madonna und Zambrano in Verbindung standen und dort Musik- und andere Dateien mit Copyright auf „Madonna Esther Louise Ciccone“ gespeichert hatten und über diese Plattformen untereinander austauschten. Auf diese Weise gelang ihm der Zugriff auf die ersten Demos von Rebel Heart. Außerdem hackte er sich in ein Emailkonto von einem Angestellten in Guy Osearys Büro sowie in 15 weitere Emailkonten von nicht weiter genannten Personen. Er installierte ein System, das ihm Kopien von allen an diese Emailkonten geschickten Emails weiterleitete. So kam er an Tausende von Emails, die Fotos, Musikdateien und andere vertrauliche Dokumente und Informationen enthielten, darunter nicht nur die weiteren Rebel Heart Demos sondern auch eine Audioaufnahme von Proben für den Grammyauftritt. Lederman verkaufte dann die Fotos, Musikdateien und Emails für zwischen $20 und über $1000, je nach Wert der Datei.

Nach der Verhaftung kam die Polizei auch schnell Lunti und Hann auf die Spur, und Lederman wies Lunti an, jegliche Korrespondenz des Trios zu löschen, um die Ermittlungen zu erschweren. Die Behörden sind aber zuversichtlich, den Fall hinreichend aufgeklärt zu haben, sodass es nun zur offiziellen Anklage kam. Lederman sieht sich nun vier Anklagepunkten gegenüber: Computereinbruch, heimliche Überwachung, Urheberrechtsverletzung und Behinderung von polizeilichen Ermittlungen. Es laufen allerdings noch Ermittlungen wegen gleicher Vergehen gegen mehrere andere Stars. Der Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest. Man erwartet einen Schuldspruch in Höhe von 5 Jahren Gefängnis.

Quellen: Wired, Hollywood Reporter