Tägliches Archiv: 29. September 2015

Sep 29 2015

Britney Bitch und ein Unfall in Chicago

Oh, oh, Living For Love bringt Madonna einfach kein Glück. Nach dem Sturz bei den Brit Awards passierte nun in Chicago wiederum eine Panne bei diesem Song, glücklicherweise weniger spektakulär. Nachdem Madonna mit ihrem langen Cape den Laufsteg entlang geschritten und auf der Hauptbühne angekommen ist, ist die rote, runde Bühne, auf die sie empor steigen soll, noch nicht da. Madonna steht also auf der leeren Hauptbühne und wartet und singt einfach weiter. Schließlich wird die Bühne herein gefahren, stoppt nicht rechtzeitig und rempelt Madonna an. Diese meistert die Situation wie gewohnt meisterhaft. Sie steigt schließlich auf die Bühne hinauf und setzt die Performance ohne Aussetzer fort.

Als Bitch des Abends wurde dieses Mal doch ein sehr auffälliger gekleideter Fan ausgewählt. In voller Britney Spears-Montur inklusive Schleier kam Derek auf die Bühne. Absolut nicht schüchtern und offenbar an Auftritte als Britney gewöhnt legte er einen fulminanten Tanz an Madonnas Seite hin, die sichtlich begeistert war. Zu sehen in diesem Facebookvideo.

Und Chicago hatte Glück. Madonna sang sowohl Who’s That Girl auch Ghosttown!

Sep 29 2015

Wie man Bitch des Abends wird

Seit Madonna in Montreal den allerersten Fan auf die Bühne holte und dies in einigen Städten wiederholte, fragen sich natürlich alle Fans, wie die Glücklichen ausgewählt werden, und wann und wie. Zunächst schien es, als müsse man besonders gut aussehen, oder ein Madonna-affines Kostüm tragen, oder irgendwie auffallen. So waren fortan besonders auffällig gekleidete Fans im Publikum nahe des Laufstegs zu sehen, auffällig bis hin zu lächerlich und anbiedernd muss man fast sagen. Aber diese wurden konsequent ignoriert. Und Stefan in Philadelphia bewies, dass man auch als ganz normaler Fan mit einem einfachen T-Shirt eine Chance hat.

Wie Stefan und einige andere der Glücklichen nun verraten, wurden sie nicht, wie viele vermuteten, schon vor der Show ausgewählt, sondern erst während der Show, ungefähr 10 Minuten vor ihrem großen Auftritt. Eine Auswahl vor der Show wäre auch gar nicht möglich gewesen, da es in den USA keine Stehplätze gibt, sondern auch der Innenraum bestuhlt und nummeriert ist, sodass die Fans erst sehr spät eintrudeln. Offenbar beobachten also Leute aus Madonnas Team die Fans in den Reihen rund um den Laufsteg, um geeignete Kandidaten zu finden.

Stefan wurde während Material Girl von hinten auf die Schulter geklopft und gefragt, ob er mal mitkommen könne. Am Rande der Arena wurde er dann gefragt, ob er bereit sei, auf der Bühne mit Madonna zu tanzen. Natürlich sagte er Ja. Es wurde ihm dann ganz bewusst gemacht, dass er wirklich, wirklich toll tanzen müsse, sich anstrengen müsse und sich absolut seinen Arsch abtanzen müsse. Nur so sei Madonna glücklich. Mit der Frau aus der vorherigen Show sei sie nicht so glücklich gewesen, da sie sich zu wenig bewegt habe. Stefan bestätigte also, dass er alles tun würde, um Madonna glücklich zu machen. Er wurde dann dem Sicherheitsbediensteten vorgestellt, der ihm auf die Bühne und wieder von der Bühne runter helfen würde. Dies alles passierte, während Madonna gerade La vie en rose sang. Eine Welle von Angst und Aufregung durchfuhr Stefan. Gleich würde er da oben stehen, neben Madonna, und vor den Augen tausender Fans. Was wenn er auf der Bühne versagen würde, stolpern, oder vor Angst eine Blockade haben würde? Während dann Unapologetic Bitch schließlich lief, kam der Moment, wo der Sicherheitsbedienstete Stefan das Zeichen gab. Er folgte ihm zur linken Seite der Herzbühne. Dort sollte er dann auf ein Zeichen der Tänzer hin über eine Treppe auf die Bühne gehen. Was dann passierte, kann man in den verschiedenen Videos sehen. Noch während Stefan bereits über den Laufsteg lief, instruierten ihn in die Tänzer, an welcher Stelle er sich umdrehen und den Stinkefinger zeigen müsse.

Es scheint also, als picken sich die Bitch Scouts Fans heraus, die schon im Publikum gut abfeiern, sich tänzerisch begabt zeigen und gute Laune verbreiten, ohne dabei aber zu aufdringlich zu wirken. Auch scheinen sie darauf zu achten, unterschiedliche Typen heraus zu picken.

In Deutschland könnte es allerdings ziemlich schwierig sein, aus dem Gedrängel im Innenraum jemanden auszuwählen. Außerdem wäre bei uns, wo sich gewöhnlich schon früh morgens Schlangen vor den Arenen bilden, eine Vorauswahl schon vor der Show durchaus möglich, sodass vielleicht die Bitch Scouts unter den Wartenden schon eine Auswahl treffen, ähnlich wie bei der MDNA Tour mit dem iPad die Fans ausgewählt wurden, die in die Splash Zone durften. Es bleibt also abzuwarten, wie der Auswahlprozess hierzulande verlaufen wird.