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Sep 10 2015

Erste Berichte und Fotos

Wie einige Fans berichten, soll man Madonna durchaus angesehen haben, dass sie nervös war, was für die Premiere durchaus normal ist. Bei vielen der wirklich gefährlichen Stunts in der Choreographie war sie vorsichtig (und die Tänzer natürlich auch), anstatt sich übermütig in die Posen zu werfen. Dies wird sich erfahrungsgemäß im Laufe der Tournee ändern. Irgendwann sind alle Moves Routine, und Madonna kann sich mehr auf ihr Publikum konzentrieren. Sie hat aber durchaus zwischen Songs viel mit dem Publikum gesprochen und wollte dessen Energie spüren.

Der kontroverse Teil der Show mit den an Stangen, die hier aber Kreuze sind, tanzenden Nonnen, wird mit Holy Water gleich im ersten Akt abgehandelt. An einem Punkt steht Madonna sogar ganz oben am Kreuz auf einer halbnackten Nonne. Außerdem stellt sie das Abendmahl nach. Doch einen Skandal hat dies bislang noch nicht verursacht. Und danach wird die Show erfrischend fröhlich, aber nie oberflächlich sondern stets gehaltvoll und mit Botschaften verbunden. Überhaupt fällt auf, dass Madonna mit Ausnahme des Nonnen-Teils erstaunlich viel „angezogen“ und in große, umhüllende Kostüme gekleidet ist. Sie macht nur selten auf sexy sondern setzt weitenteils mehr auf ihre Stimme und Gesang und die Qualität der Darbietung allgemein. Es scheint auch, als tanze sie weniger als bei vorigen Tourneen. Die Tänzer müssen viel Tanzarbeit und Akrobatik leisten, während Madonna dafür mehr mit dem Publikum interagiert. Sie gibt sich weniger divenhaft, dafür offen und freundlich.

Bei Body Shop gibt es mal wieder ein echtes Auto auf der Bühne (wir erinnern uns an Sticky & Sweet), dieses Mal ist es ein 60er Jahre Chevrolet. Auch La Isla Bonita im Gypsy Style erinnert ein bisschen an Sticky & Sweet. Ein Highlight des Abends war La Vie En Rose, das sie akustisch auf der Bühne sitzend vorträgt. Die Reaktionen der Fans waren überwältigend, und Madonna schien von dem Gejubel überrascht zu sein.

Die Bühne hält viele Überraschungen bereit. Mal steigt ein Podest auf, mal kommt eine Wendeltreppe von der Decke herunter. Madonna hält sich sehr viel auf der Kreuzung in der Mitte des Laufstegs und natürlich auch auf der Heart Stage auf. Fans, die direkt vor der Hauptbühne stehen, müssen sich also oft umdrehen.

Natürlich bemängeln viele das Fehlen bestimmter Songs. So hatte man doch z. B. fest mit Ghosttown oder Joan of Arc gerechnet. Doch im Großen und Ganzen gefällt die Mischung aus neuen und alten Songs durchaus, und Madonna hat es geschafft, alles einheitlich zusammen zu bringen.

In Montreal gab es einige Besonderheiten, die wir bei zukünftigen Shows nicht haben werden: Bei Holiday trat sie mit der kanadischen Flagge auf. Und bei Bitch I’m Madonna gesellte sich Diplo mit auf die Bühne.

Tolle Fanfotos gibt es auf der Facebookseite von Giggoers, Pressefotos in der Montreal Gazette und im Journal de Montreal, sehr schöne Berichte in der New York Daily News und in der Montreal Gazette. Die Daily Mail hat einen Artikel mit vielen tollen eingebetteten Pressefotos von Getty Images. Einen deutschen Bericht gibt es bei klatsch-tratsch.